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Gebundene Ganztagsschule

Verbindliches Angebot: Leben und Lernen von 8.00 - 16.00 Uhr

In der Ganztagsschule soll Lernen mit dem Leben in einer besonderen Weise miteinander verknüpft werden. Die Schule wird Lebensraum. Lernbedingungen verbessern sich und Lernprozesse verändern sich.

Wir haben uns auf den Weg gemacht und erleben seit 2005 mit zwei Klassenzügen die Vorteile der Gebundenen Ganztagsschule.

Ende 2001 beantragte unsere Schule aufgrund eines Beschlusses der Gesamtkonferenz die Einrichtung eines gebundenen Ganztagsschulzweiges. Im damaligen Antrag wurden als Zielsetzung und Begründung genannt:

Die Rixdorfer Grundschule im Norden Neuköllns ist eine Schule in einem sozialen Brennpunkt. Die Schule beantragte, zu 50 % (zweizügig) ab Schuljahr 2002/03 eine Ganztagsschule einzurichten, beginnend mit zwei ersten Klassen. Die andere Hälfte der Schule soll weiterhin nach dem VHG-Modell („Verlässliche Halbtags-Grundschule“) organisiert werden. Im Jahr 2005 konnten wir starten. Die Schule beabsichtigt, einen weiteren Zug (auch bei über 50% der Züge) in dieser Organisationsform einzurichten.

Die Lebensverhältnisse im Norden Neuköllns sind durch besonders eingeschränkte Bedingungen geprägt:

  • Enge Wohnverhältnisse,
  • hohe Bevölkerungskonzentration,
  • überwiegend geringe finanzielle Verhältnisse,
  • fehlende Freizeitmöglichkeiten,
  • kaum Naturräume,
  • starker Autoverkehr,
  • verschmutzte Bürgersteige,
  • hoher Bevölkerungsanteil mit sprachlichen Defiziten,
  • Fluktuation und latente soziale Entmischung.

Von daher ist es eine große Chance, die Schule als Lebensraum dazu gewinnen zu können. Der weniger zergliederte Tagesablauf in einem Ganztagsbetrieb wirkt stabilisierend und kann Defiziten entgegenwirken. Insgesamt gewinnt die Schule an – dringend erforderlicher! – Attraktivität.

Für die Kinder ungemein wichtige Anliegen wie Ferienbetreuung oder auch nur das alltägliche gemeinsame Mittagessen sind gewährleistet.

 

Das Lernumfeld verbessert sich, weil Begleitkompetenzen gefördert werden können:

  • Es entsteht ein stabiles soziales Geflecht innerhalb der Lerngruppe, sowohl zwischen den Schülern als auch zu ihrem Erzieher und zu ihren Lehrern. So genannte „schwierige“ Kinder erhalten einen festen sozialen Halt.
  • Die individuelle Persönlichkeit wird gestärkt. Man kennt sich besser. Der Umgang ist vertrauter. Die emotionalen Ansprüche des einzelnen Kindes treten deutlicher hervor und können besser beachtet werden.
  • Entwickelte psychomotorische und musisch-kreative Fähigkeiten verbessern auch kognitive Lernvorgänge. Der Ganztagsbetrieb lässt genügend Zeit, diese Fähigkeiten gezielt zu fördern.

Lernprozesse werden verändert:

  • Die sozialen und emotionalen Ansprüche der Schüler arbeiten dem Lernen nicht entgegen, wie es im normalen Schulbetrieb oft der Fall ist. Sie sind selbst ein Lerngegenstand, für den genügend Zeit bleibt. Die Unterrichtssituation wird insgesamt entspannter.
  • Der Unterricht wird offener und individualisierter. Leistungsstarke Schüler kommen ausreichend zur Geltung. Besondere Begabungen von Schülern werden aufgegriffen und gefördert.
  • Für ganzheitliches Lernen ist mehr Zeit vorhanden, da sich die Schule nach außen hin öffnet, z.B. durch Exkursionen, Projekte und das Hereinholen von Fachleuten.
  • Hausaufgaben sind betreut und können auch als Übungsform in den Unterricht integriert werden.
  • Sprachliche Fähigkeiten werden auf allen Niveaus gefördert durch den erhöhten Sprachbedarf, durch Einbeziehung von Jugendbücherei, Leseecken und Leseräume, durch Vorlesen und durch Schreibwerkstätten.
  • Lernschwache Kinder bekommen mehr Anregungen durch vielfältige Angebote.
  • Schulisches Lernen erhält insgesamt einen höheren Stellenwert für Schüler und Eltern.

Ganztagsschule bedeutet insgesamt durch

  • bessere materielle und personelle Voraussetzungen,
  • Bündelung verschiedener pädagogischer und didaktischer Ziele und
  • höhere Ansprüche

eine Qualitätssteigerung der Schule.

Unser Antrag wurde bewilligt, allerdings erst zum Schuljahr 2005/06. Den Beteiligten war klar, dass die Umsetzung der genannten Vorstellungen konkret werden musste und auch nur schrittweise umzusetzen ist. Der aktuelle Stand im gebundenen Ganztagsbereich lässt sich so skizzieren:

  • Mit Beginn des Schuljahres 2006/07 gibt es vier Ganztagsklassen an unserer Schule, 1 a, 1 b, 2 a, 2 b. Die b-Klassen haben das Konzept der zweisprachigen Alphabetisierung als weitere Grundlage.
  • Jede Klasse wird von Klassenlehrer, Koop-Lehrer (im Fall der b-Klassen von zwei Koop-Lehrern) und Klassenerzieher in einem Team „auf Augenhöhe“ geführt.
  • Die Planung und Durchführung der Arbeit zwischen Erzieher und Lehrern ist eng verzahnt. Jedes Klassenteam hat eine wöchentliche Teamsitzung.
  • Der Unterrichts- und ein weiterer Klassenraum liegen nebeneinander, so dass eine Vielfalt von unterschiedlichen Unterrichts- und außerunterrichtlichen Aktivitäten auch parallel ermöglicht wird.
  • Der Tagesablauf folgt der Idee einer Rhythmisierung der verschiedenen Aktivitäten der Kinder. Dies wird ermöglicht durch eine möglichst geringe Zerstückelung des Stundenplanes und die Verteilung von unterrichtlichem und außerunterrichtlichem Lernen auf den ganzen Tag.
  • Es gibt eine 90-minütige Mittagspause, für die ersten Klassen von 12.15 bis 13.45 Uhr, für die zweiten Klassen von 13.00 bis 14.30 Uhr.
  • Morgens wird ab 7.30 Uhr ein gleitender Beginn ermöglicht, bei dem die Schüler - und begleitende Elternteile - von einer Bezugsperson empfangen werden.
  • Ein Tag in der Woche – der Mittwoch – ist so vorgeplant, dass die halb- oder ganztägige Durchführung von Projekten und außerschulischen Aktivitäten möglich ist.
  • Innerhalb des Stundenplanes sind verschiedene „Fenster“, um klassenübergreifende Projekte und Aktivitäten planen zu können.
  • Ein Nachmittag in der Woche – der Dienstag – bleibt frei von Unterricht, um besondere Freizeitaktivitäten klassenübergreifend, auch mit Einbeziehung außerschulischer Partner zu ermöglichen.
  • Das Konzept des Ganztagsschulbereichs wird beständig weiterentwickelt. Ein Eckpunkt ist jedes Jahr eine gemeinsame Fortbildung des gesamten pädagogischen Personals, das im Ganztagsbereich tätig ist.